Zwei Fragen zur klassisch muslimisch gekleideten Frau

In den nachfolgenden Punkten A), B) und C) geht es darum, die besonders von muslimischen Geistlichen oft aufgestellte Behauptung, dass der Islam eine Kopf-Hals-Bedeckung, also den Hidschab fordert, fundiert und sachlich zu widerlegen.

A) Hidschab-Hadith
Bei weltweit über einer halben Milliarde klassisch muslimisch gekleideter Frauen sind nur Gesicht und Hände unbedeckt und es ist insbesondere der Hals bedeckt. Diese Art sich zu kleiden ist KEINE Koran-Forderung, auch wenn dies gerne so dargestellt wird, sondern wird in der Praxis hauptsächlich durch folgenden Text verursacht, der aus der Dokumenten-Sammlung (Sunna) von Abu Dawud (817 – 889) stammt:

„Aischa (geb. 613) berichtet: Asma bint Abi Bakr (geb. 593) erschien in freizügiger Kleidung vor dem Propheten. Dieser wendete sich von ihr ab und sprach: ‚O Asma! Wenn die Frau ihre Geschlechtsreife erlangt hat, dann sollte nichts von ihr zu sehen sein, außer diesem!’ Und er zeigte auf sein Gesicht und seine Hände.“ (Der Basis-Text stammt von IslamIQ.de und wurde mit den Geburts-Jahren 613 und 593 ergänzt.)

Die Doppel-Frage lautet nun: In welchem Jahr fand die soeben beschriebene Begebenheit zwischen dem Propheten und Asma nachweislich statt und warum erschien Asma (zu) leicht bekleidet vor ihrem Schwager, dem Propheten?

Zusatz-Infos:
Obige Begebenheit wurde im sogenannten „Hidschab-Hadith“ festgehalten:
http://sunnah.com/abudawud/34/85
(Tradition = Überlieferung, mursal = unterbrochene Überlieferungs-Kette)

Ein amerikanischer Artikel (von 1998!) zum „schwachen“ Hidschab-Hadith:
http://www.forpeoplewhothink.org/Topics/Hadith_on_Hijab.html

Die deutsche Übersetzung des Artikels von 1998 steht unter:
http://www.parkfach.de/Duraik.htm

HINWEIS: Der „Hidschab-Hadith“ stammt sehr wahrscheinlich nicht von Aischa, sondern wurde erst NACH dem Tod von Aischa und Asma (gest. 693) von anderen Leuten erfunden. Dies ergibt sich aus Asmas Biografie und den originalgetreu übersetzten Koran-Versen 33:59 + 24:31.

Der Leser dieses Textes kann nachfolgend selbst abschätzen oder beurteilen, wie wahrscheinlich der Hidschab-Hadith erfunden wurde oder eine wahre Begebenheit war, indem folgende Punkte durchgegangen werden, die ALLE ÜBERPRÜFBAR sind:

Unstrittig wurden im Jahre 627 die beiden bekleidungsrelevanten Koran-Verse 33:59 und 24:31 verkündet. Mangels besseren Wissens wird nachfolgend angenommen, dass das (angebliche) Zeige-Ereignis, also das, was der Hidschab-Hadith beschreibt, NACH den beiden Vers-Verkündungen war, also z.B. im Jahr 628.

01 Asma hatte im Jahre 628 das Alter von 35 Jahren erreicht, wenn sie 593 geboren wurde.
02 Sie war seit 622, also seit 6 Jahren verheiratet.
03 Sie hatte 628 bereits mindestens drei, vielleicht sogar schon vier Kinder, von insgesamt acht.
Weitere 18 Punkte und das Fazit stehen unter:
https://parkfach.wordpress.com/eine-erfundene-geschichte/

B) Gewand überziehen
Originalgetreu übersetzte Kern-Aussage von Sure 33, Vers 59:
wortwörtlich: … (, dass sie) ziehen über sich VON ihren Gewändern …
Dies bedeutet NICHT, dass die gläubigen Frauen und Propheten-Töchter (einen Teil / etwas) VON ihrem Über-Gewand über sich (das Haupt / Gesicht) ziehen sollten und sollen, wie häufig behauptet und übersetzt, sondern es bedeutet, dass diese beiden Personen-Gruppen von den traditionellen Gewändern, die sie besaßen, nehmen und über sich (den Körper) ziehen sollten, bevor sie das Haus verließen.

Begründung 1: Für den Kopf gab es schon immer eigene Kleidungs-Stücke, so dass die angebliche Forderung, ETWAS vom Gewand über den Kopf zu ziehen, einfach nur Unsinn ist, zumal das Wort ETWAS definitiv NICHT im Vers 59 vorkommt. Außerdem bedeutet „über sich“ nicht zwangsläufig „über den gesamten Menschen“.

Begründung 2: Die Bekleidungs-Forderung von Vers 59 galt bei ihrer Verkündung auch für die Propheten-Töchter. Kein normal denkender Mensch hält es für möglich, dass der Prophet von seiner z.B. dreijährigen Tochter forderte, dass sie etwas von ihrem Ausgeh-Gewand über den Kopf ziehen sollte.

Begründung 3: So gut wie alle Frauen und Mädchen waren auch noch zu Lebzeiten des Propheten im Hause nackt (auch die in den Häusern des Propheten) und die Mehrheit davon ging genauso nackt (nur Haupt und Nacken waren oft bedeckt) in die Öffentlichkeit, obwohl die meisten verheirateten Frauen, einige ledige Frauen und alle Propheten-Töchter ein Gewand hatten. Die Gewand-Abdeckung für Frauen könnte so bei 75% gelegen haben. Die Forderung von Vers 59 bestand nun darin, dass die gläubigen Frauen und Propheten-Töchter VON ihren (existierenden) traditionellen Gewändern (eines nehmen und) über sich ziehen (= anziehen, bevor sie das Haus verließen).

C) Busen bedecken
Originalgetreu übersetzte Kern-Aussage von Sure 24, Vers 31:
… (sie sollten) ihre ZIERDE (in der Öffentlichkeit) nicht zeigen … (Neben-Satz) … und (vor dem Verlassen des Hauses) ihre Tücher über ihre Busen ziehen …
Mit der ZIERDE ist der freie Busen gemeint. Weil ZIERDE ein Einzahl-Wort ist, geht es NUR um den Busen. Mit Vers 31 wurden insbesondere die gläubigen Frauen angesprochen, die in der Öffentlichkeit nun zwar ihr eigenes oder ein geliehenes traditionelles Gewand trugen, hierbei jedoch ihren Busen in voller Pracht und Herrlichkeit zeigten. Diese Frauen sollten gemäß Vers 31 ihre Zierde, also ihren Busen (mit einer Art Stola) bedecken, bevor sie raus gingen.

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Sollte ein Punkt nicht nachvollziehbar, nicht überprüfbar oder unglaubwürdig sein, kann mir dieser (oder mehrere Punkte) mitgeteilt werden. Es wird dann versucht, die Unklarheit zu klären. Weiteres zum Hidschab-Hadith steht unter:

http://www.parkfach.de/Duraik.htm
und dort z.B. unter dem Punkt
13 Asma im Hidschab-Hadith

Siehe auch „Frauen-Bekleidung in vorislamischer Zeit“
http://www.parkfach.de/figur.htm

Dem „Hintergrund-Joker“ Hidschab-Hadith kommt eine zentrale Bedeutung zu. Da der Hidschab-Hadith in Moscheen und Koran-Schulen häufig zum Einsatz kommt, kennen ihn nahezu alle Muslime, wenn auch nicht unter diesem Namen. Dafür kennen nahezu alle Nicht-Muslime den Hidschab-Hadith NICHT. Sogar die heiligen Koran-Verse 33:59 und 24:31 wurden so geändert, dass sie halbwegs zum Hidschab-Hadith passen, was natürlich unzulässig ist.

Kopftücher bzw. Hidschabs gibt es nur wegen der GEHIRN-WÄSCHE in den Moscheen und Koran-Schulen. Hidschab-Trägerinnen sollten nicht beschimpft werden, sondern einem einfach nur leid tun, denn sie sind das OPFER der Gehirn-Wäsche durch muslimische Geistliche, die mit mindestens zwei erfundenen Geschichten und ebenfalls mindestens zwei verfälschten Koran-Versen arbeiten! Dass es sich um erfundene Geschichten und verfälschte Verse handelt, wird auch auf anderen Parkfach-Webseiten begründet bzw. nachgewiesen.

Reiner Zabel, 2019-02-25

Diese Webseite besteht seit dem 2. November 2018.

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